Recruiting ist oft der erste echte Einblick in ein Unternehmen
Für Bewerbende beginnt die Wahrnehmung nicht erst am ersten Arbeitstag.
Bereits der Bewerbungsprozess vermittelt einen ersten Eindruck von der Unternehmenskultur.
Wie schnell erhalte ich eine Rückmeldung?
Werden vereinbarte Termine eingehalten?
Werden Entscheidungen transparent kommuniziert?
Ein strukturierter und verbindlicher Prozess vermittelt Wertschätzung und Professionalität. Kandidaten merken schnell, ob ihre Bewerbung beziehungsweise ihr Interesse ernst genommen wird.
Gerade nicht aktiv suchende Kandidaten benötigen dabei Sicherheit und Verbindlichkeit.
Schnelligkeit bedeutet nicht, Entscheidungen zu überstürzen
Ein schneller Recruitingprozess bedeutet nicht, nach einem 20-minütigen Gespräch einen Arbeitsvertrag vorzulegen.
Vielmehr geht es darum, unnötige Wartezeiten zu vermeiden.
Wenn nach einem guten Vorstellungsgespräch bereits feststeht, dass ein Unternehmen die Person gerne wiedersehen möchte: warum sollte diese Rückmeldung erst eine Woche später erfolgen?
Oft sind es nicht die notwendigen Prozessschritte, die Recruiting langsam machen, sondern die Zeit zwischen diesen Schritten.
Der Bewerbungsprozess prägt die Candidate Experience
Ein schneller Prozess kann bei Kandidaten ein sehr positives Gefühl hinterlassen:
- Wertschätzung: „Das Unternehmen hat echtes Interesse an mir.“
- Verbindlichkeit: „Absprachen werden eingehalten.“
- Professionalität: „Die internen Prozesse funktionieren.“
- Transparenz: „Ich weiß jederzeit, wo ich im Prozess stehe.“
- Entscheidungsstärke: „Das Unternehmen weiß, wen es sucht und kann Entscheidungen treffen.“
Damit wird Recruiting bereits zu einem Teil des Employer Brandings.
Denn wer im Bewerbungsprozess schnell, zuverlässig und wertschätzend kommuniziert, vermittelt genau diese Eigenschaften auch als potenzieller Arbeitgeber.
Besonders wichtig bei Kandidaten, die nicht aktiv suchen
Im Active Sourcing sprechen wir regelmäßig Menschen an, die nicht aktiv nach einer neuen Stelle suchen.
Sie haben keinen unmittelbaren Wechselgrund und müssen sich nicht zwischen verschiedenen Stellenanzeigen entscheiden. Stattdessen entsteht das Interesse an einem Wechsel oftmals erst durch eine konkrete berufliche Möglichkeit.
Gerade hier kann ein langwieriger Prozess problematisch werden.
Vergehen zwischen den Gesprächen mehrere Wochen oder bleiben Rückmeldungen aus, kann aus anfänglicher Neugier schnell wieder der Gedanke werden:
„Eigentlich bin ich in meiner aktuellen Position doch ganz zufrieden.“
Ein zügiger Prozess hält dagegen die Dynamik aufrecht und ermöglicht es beiden Seiten, zeitnah herauszufinden, ob es wirklich passt.
Schnelligkeit ist Teamarbeit
Natürlich liegt die Geschwindigkeit eines Recruitingprozesses nicht allein beim Recruiting.
Besonders gut funktionieren Prozesse, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen: Recruiting, HR, Fachbereich, Führungskräfte und Geschäftsführung.
Dafür braucht es keine komplizierten Strukturen. Oft helfen bereits klare Verantwortlichkeiten, vorab reservierte Interviewtermine, zeitnahes Feedback nach Gesprächen und kurze Entscheidungswege.
Ein schneller Recruitingprozess ist deshalb mehr als ein Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte.
Er ist ein erstes Versprechen an zukünftige Mitarbeitende: Wir nehmen dich ernst. Wir kommunizieren verbindlich. Und wenn wir von dir überzeugt sind, lassen wir dich das auch wissen.
Genau dieser Eindruck kann den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit legen.
Autorin: Nicole Schynoll